Sommer in Schweden – unsere Reise nach Öland

Windmühle auf Öland

Schweden im Sommer hatte uns schon länger gereizt. Nicht als kurzer Abstecher, sondern richtig: mit dem Auto, mit Fahrrädern, mit Zeit und mit einem Ferienhaus als festem Ausgangspunkt. Im Sommer 2025 war es schließlich soweit. Unser Ziel war Öland, die lange Insel vor der schwedischen Ostküste.

Schon die Anreise hatten wir bewusst entspannter geplant. Ich wollte die Strecke nicht mehr komplett an einem Tag fahren, also legten wir eine Zwischenübernachtung in Flensburg ein. Mit unserem Toyota bZ4X, drei Fahrrädern auf dem Heckträger und reichlich Gepäck ging es Richtung Norden. Die vielen Kilometer mit dem E-Auto waren dabei kein Problem. Die Ladestopps bei Ionity passten gut in den Ablauf, und grundsätzlich fuhr sich der bZ4X auch auf dieser langen Strecke sehr angenehm.

Flensburg war nur als kurzer Auftakt gedacht, wurde aber gleich ein schöner erster Urlaubsabend. Am Hafen war viel los, es gab Livemusik, gutes Wetter, Pizza und natürlich ein Flensburger Bier. Mehr brauchte es eigentlich nicht, um langsam im Urlaub anzukommen.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Schweden. Wir hatten uns bewusst gegen die Fähre entschieden, weil wir über die großen Brücken fahren wollten. Und genau das lohnte sich. Diese gewaltigen Bauwerke über dem Wasser waren beeindruckend und machten die Weiterfahrt schon zu einem eigenen Erlebnis. Hinter den Fenstern änderte sich langsam die Landschaft: Wälder, Seen, rote Häuser, viel Grün und immer wieder dieses Gefühl, dass man nun wirklich in Skandinavien angekommen war.

Unser Ferienhaus lag in Algutsrum auf Öland. Gebucht hatten wir es über Airbnb, und es stellte sich schnell als echter Glücksgriff heraus. Das Haus war groß, der Garten ebenfalls, es gab eine schöne Terrasse, ein riesiges Trampolin für Lina und sogar eine Wallbox für das Auto. Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an Carla, unsere Vermieterin. Wir haben uns dort wirklich sehr wohlgefühlt.

Unsere Tage begannen meistens ganz unkompliziert. Aus Bequemlichkeit gab es oft warmen Toast, bei gutem Wetter saßen wir gemeinsam draußen auf der Terrasse. Danach wurde das Wetter geprüft und überlegt, was wir aus dem Tag machen wollten. Strand? Fahrradtour? Mit dem Auto über die Insel? Irgendetwas ging eigentlich immer.

Öland gefiel uns vor allem wegen seiner Landschaft. Gelbe Getreidefelder, grüne Wiesen und Wälder, das blaue Meer und dazwischen immer wieder rote Häuser. Diese Farben begleiteten uns durch den ganzen Urlaub. Dazu kamen die vielen Windmühlen, die einfach zur Insel gehören. Irgendwann hatten wir fast den Eindruck, auf Öland mehr Windmühlen gesehen zu haben als in manchem Hollandurlaub.

Wir wollten möglichst viel von der Insel sehen und nicht zwei Wochen nur an einem Ort bleiben. Für einige Autotouren ließen wir uns sogar mit ChatGPT Routen zusammenstellen, mit passenden Stopps und Sehenswürdigkeiten. Das funktionierte erstaunlich gut und brachte uns an Orte, die wir sonst vielleicht gar nicht eingeplant hätten.

So erkundeten wir Öland praktisch von der Südspitze bis zur Nordspitze. Beide Leuchttürme waren schön, vor allem aber zeigten sie, wie unterschiedlich die Insel sein kann. Mal weit und offen, mal bewaldet, mal rau, mal fast lieblich. Wir hielten nicht ständig für große Programmpunkte an, sondern oft einfach dort, wo Landschaft, Licht oder ein Motiv gerade passten. Am Ende brachte ich über 2000 Fotos aus dem Urlaub mit nach Hause.

Zu den eindrucksvollsten Stationen gehörte die Burgruine Borgholm. Die Anlage war deutlich größer, als wir es erwartet hatten. Diese riesigen Mauern, die offene Lage und der Blick über die Umgebung machten den Besuch besonders. Ganz in der Nähe liegt Solliden, der Sommersitz der schwedischen Königsfamilie. Die Gärten dort waren wunderschön angelegt und bildeten einen schönen Kontrast zur wuchtigen Ruine.

Auch Eketorps Borg blieb uns sehr in Erinnerung. Die rekonstruierte Befestigungsanlage war Freilichtmuseum, Geschichtsort und Mitmach-Erlebnis zugleich. Lina und Silvia konnten sich dort im Bogenschießen versuchen, und man bekam einen guten Eindruck davon, wie Menschen dort früher gelebt haben könnten.

Mit dem Fahrrad besuchten wir auch Gråborg, die alte Ringburg. Schon die Größe der Anlage machte Eindruck. In der offenen Landschaft wirkten die alten Wälle sehr besonders. Ganz in der Nähe steuerten wir außerdem ein eisenzeitliches Gräberfeld an. Dank Komoot wurde der Weg dorthin allerdings abenteuerlicher als gedacht. Die App führte uns bis zu einem Zaun, der zu Fuß vielleicht noch irgendwie zu überwinden gewesen wäre, mit Fahrrädern aber nicht. Also mussten wir zurück und einen großen Umweg fahren. Das Gräberfeld sahen wir am Ende trotzdem. In Erinnerung blieb allerdings mindestens genauso sehr die etwas unfreiwillige Extra-Runde.

Auch ein Runenstein gehörte zu unseren geschichtlichen Stopps auf Öland. Solche Orte wirken oft erst einmal unscheinbar, aber gerade in dieser stillen Landschaft erzählen sie viel über die lange Geschichte der Insel. Öland ist eben nicht nur Strand und Sommer, sondern auch ein Ort, an dem sehr viele Spuren vergangener Zeiten sichtbar geblieben sind.

Ein besonderer Ausflug führte uns aufs Festland nach Vimmerby zu Astrid Lindgrens Näs. Für Silvia und Lina war das eines der Highlights der Reise. Das Geburtshaus zu sehen, auf Astrid Lindgrens Schaukel zu sitzen und Fotos am Flaschenbaum zu machen, war für beide etwas Besonderes. Dieser Ausflug passte wunderbar zu Schweden und zu dem Gefühl, das man mit diesem Land verbindet.

Natürlich zog es uns bei gutem Wetter immer wieder ans Meer. Besonders gerne fuhren wir zum Bjärby Badplats. Der Strand war schön, das Wasser sauber und die Atmosphäre entspannt. Kein Gedränge, kein Hochbetrieb, sondern einfach Sand, Meer und freundliche Menschen. Genau so mögen wir Strandtage.

Ein weiterer Lieblingsort wurde Fredrik’s Bread & Pastries. Dort waren wir zweimal frühstücken, und die Zimtschnecken waren wirklich hervorragend. Für Lina gehörten sie auf jeden Fall zu den Dingen, die vom Urlaub hängen geblieben sind.

Überhaupt gefiel uns vieles an Schweden. Die Menschen waren freundlich, der Verkehr wirkte gelassen, und vieles funktionierte erstaunlich unkompliziert. Besonders auffällig war, dass man wirklich fast überall bargeldlos bezahlen konnte. Selbst an einem Strandparkplatz ohne Stromanschluss war die Zahlung per QR-Code möglich. Auch in den Supermärkten fiel uns einiges auf – vor allem die riesigen Regale mit losem Fruchtgummi und Süßigkeiten vor den Kassen.

Die Fahrräder waren in diesem Urlaub sehr wichtig. Wir fuhren viele Kilometer und nutzten sie oft für spontane Ausflüge. Nicht jede Tour verlief perfekt. Einmal wurden wir an der Küste von einem Regenschauer eingeholt, der zunächst noch weit entfernt wirkte. Wir versuchten, ihm davonzufahren, aber die Wolke war schneller. Am Ende waren wir klitschnass – trotz aller Anstrengung. Heute ist es eine dieser Geschichten, über die man gerne lacht.

Abends wurde es im Ferienhaus ruhig. Lina nutzte fast täglich das Trampolin, ich sichtete und bearbeitete Fotos, es wurde gelesen oder gemeinsam am Laptop gespielt. Siedler von Catan gehörte natürlich dazu, aber auch Civilization oder Die Gilde. Gerade bei schlechtem Wetter waren solche Abende im Haus sehr gemütlich.

Das Wetter war insgesamt viel besser, als man es vielleicht bei Skandinavien erwartet hätte. Es gab Gewitter und einzelne Regentage, aber auch viele sonnige Stunden und echtes Badewetter. Während es zu Hause in Deutschland offenbar viel regnete, hatten wir auf Öland oft richtig schönen Sommer. Das machte den Urlaub natürlich noch besser.

Nach zwei Wochen fiel der Abschied schwer. Ich hätte ohne Probleme noch länger bleiben können. Trotzdem ging es irgendwann zurück. Auch die Rückfahrt teilten wir wieder bewusst auf, weil ich nicht mehr solche riesigen Strecken an einem Tag fahren möchte. So endet ein Urlaub entspannter und nicht völlig erschöpft auf der Autobahn.

Unsere Zwischenübernachtung legten wir in Kiel ein. Am Abend waren wir noch einmal am Wasser im Blauen Engel. Das war ein schöner Abschluss: Hafenluft, Förde, ein letzter Abend unterwegs, bevor es am nächsten Tag endgültig zurück ins Sauerland ging.

Öland war für uns ein entspannter Urlaub, in dem wir trotzdem sehr viel gesehen und erlebt haben. Wir lagen nicht einfach zwei Wochen am selben Strand, sondern erkundeten die Insel mit Auto und Fahrrad, besuchten geschichtliche Orte, standen an Leuchttürmen, fuhren durch gelbe Felder und grüne Wälder, badeten im Meer und genossen diese schwedische Gelassenheit.

Am Ende bleiben vor allem die Farben: gelbe Felder, rote Häuser, grüner Wald, blaues Meer. Und das Gefühl, dass Skandinavien im Sommer für uns wunderbar funktioniert hat.

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