Florida 2024 – drei Wochen zwischen warmem Wasser, langen Straßen und großen Momenten

Urlaub am Strand in Florida

Manche Reisen beginnen nicht erst am Ziel, sondern schon mit dem Gefühl, dass man diesmal wirklich weit weg sein wird. Florida war für uns so eine Reise. Drei Wochen USA, drei Wochen Sommer, drei Wochen Mietwagen, Supermärkte, warme Luft, lange Straßen und immer wieder dieses Staunen darüber, wie groß dort alles ist.

Los ging es für uns mit dem Zug nach Frankfurt. Von dort hatten wir einen Direktflug nach Fort Myers gebucht, was für unsere Pläne ziemlich ideal war. Kein Umsteigen irgendwo in den USA, kein zusätzlicher Flug innerhalb des Landes, sondern nach dem langen Flug direkt in Südwestflorida ankommen. Trotzdem bleibt so eine Anreise natürlich lang. Als wir spät abends in Fort Myers landeten, waren wir müde, aber gleichzeitig sofort wach genug, um zu merken: Jetzt sind wir wirklich in Florida.

Der Flughafen in Fort Myers wirkte angenehm überschaubar. Keine riesige, unübersichtliche Ankunftshalle, sondern eher ein kleinerer, ruhigerer Einstieg in dieses große Land. Draußen wartete warme Abendluft auf uns, und nach all den Stunden im Flugzeug war das schon der erste Moment, in dem sich Urlaub einstellte. Gleichzeitig mussten wir natürlich erst einmal funktionieren: Gepäck holen, den vorab gebuchten Mietwagen übernehmen, alles einladen und dann zum ersten Mal selbst auf amerikanischen Straßen fahren.

Diese erste Fahrt nach Bonita Springs blieb uns in Erinnerung. Es war dunkel, wir waren müde, aber trotzdem war da dieses Staunen. Andere Schilder, andere Straßen, andere Autos, andere Dimensionen. Man fährt los und denkt: vorsichtig, erst einmal orientieren, erst einmal verstehen, wie hier alles läuft. Und gleichzeitig fährt man durch Florida und kann es noch gar nicht richtig fassen.

Unsere Basis für die nächsten Wochen war ein großzügiges Ferienhaus in einer ruhigen Wohnanlage in Bonita Springs. Das war für uns genau richtig: genug Platz, eine entspannte Umgebung und verschiedene Möglichkeiten, auch mal einen Tag ohne großes Programm zu verbringen. Nach den vielen Kilometern, die in diesem Urlaub noch folgen sollten, war es schön, abends immer wieder an einen Ort zurückzukehren, der sich schnell vertraut anfühlte.

Als wir dort spät ankamen, waren wir im Grunde beides gleichzeitig: begeistert und müde. Man sah sofort, dass dies für die nächsten Wochen ein sehr angenehmer Ort sein würde. Gleichzeitig steckte uns der lange Reisetag in den Knochen. Also erst einmal Koffer rein, kurz staunen, durchatmen und dann wirklich ankommen.

Der erste richtige Morgen begann entsprechend langsam. Nicht sofort los, nicht sofort Programm, sondern auspacken, das Haus kennenlernen und sich sortieren. Danach ging es zu einem nahen Supermarkt, um sich mit Lebensmitteln, Getränken und ein paar Leckereien einzudecken. Schon dieser erste Einkauf war ein kleines Erlebnis. Der Supermarkt war riesig, das Angebot beeindruckend und für uns in vielen Bereichen ungewohnt. Man musste sich erst einmal zurechtfinden: andere Produkte, andere Packungsgrößen, andere Regale, anderes Tempo.

Und dann merkt man, dass ein riesiger Supermarkt nicht automatisch bedeutet, dass es alles gibt, was man von zu Hause kennt. Lange suchten wir nach Wasser mit Kohlensäure, was dort deutlich weniger selbstverständlich ist als bei uns. Auch beim Käse war das Angebot für unseren Geschmack eher eingeschränkt. Später fanden wir dann einen Aldi, dessen Sortiment uns deutlich vertrauter vorkam. Plötzlich war der Einkauf wieder ein Stück einfacher.

Die ersten Tage in Bonita Springs waren bewusst ruhig. Wir mussten erst einmal den Jetlag abbauen und uns an dieses riesige Land gewöhnen. Haus, Pool, einkaufen, essen, wieder einkaufen, zwischendurch schauen, was man wirklich braucht. Alles fühlte sich größer an: die Straßen, die Autos, die Supermärkte, die Entfernungen. Genau deshalb war es gut, dass wir eine feste Basis hatten und nicht direkt von einem Ort zum nächsten weiterziehen mussten.

Natürlich zog es uns trotzdem bald ans Meer. Besonders war, dass zur Wohnanlage auch ein Strand auf Big Hickory Island gehörte. Dorthin fuhr man nicht einfach mit dem Auto, sondern per Bus- und Boottransfer. Allein dieser Weg machte den Strandbesuch schon zu einem kleinen Ausflug.

Der Strand selbst war sehr ruhig. Es war heiß, richtig heiß, und auch das Wasser war warm. Wir waren öfter dort, mussten aber mehr als einmal früher aufbrechen, als wir eigentlich wollten. Florida im Sommer bedeutet nämlich nicht nur Sonne und Hitze, sondern auch Gewitter. Sobald in der Umgebung Blitze registriert wurden, ging die Sirene los. Dann hieß es: raus aus dem Wasser, Sachen zusammenpacken, zurück Richtung Boot. Die Insel wurde in solchen Momenten erstaunlich schnell geräumt.

Anfangs wirkt das streng. Mit der Zeit versteht man aber, dass Blitze dort ernst genommen werden müssen. Gewitter gehörten zu diesem Urlaub ohnehin fast selbstverständlich dazu. An ungefähr 17 Tagen hatten wir Gewitter, manchmal nur kurz, manchmal sehr eindrucksvoll. Oft brachten sie eine wunderbare Abkühlung nach der drückenden Hitze und waren schnell wieder vorbei. Einmal zeigte eine Blitzanalyse sogar, dass allein im Bereich unserer Anlage 23 Einschläge registriert wurden. Das vergisst man nicht so schnell.

Unser erster größerer Ausflug führte uns nach Fort Myers zu den Edison & Ford Winter Estates. Wir wollten dort ganz bewusst hin, weil uns diese Mischung aus Geschichte, alten Häusern, Garten und Florida-Vergangenheit interessierte. Auf dem Weg dorthin fuhren wir extra am Strand entlang. Das war landschaftlich schön, aber auch nachdenklich. An vielen Häusern konnte man noch deutlich sehen, welche Spuren die schweren Hurrikans der vergangenen Jahre hinterlassen hatten. Florida wirkte in diesen Momenten nicht nur sonnig und weit, sondern auch verletzlich.

Die Edison & Ford Winter Estates waren dann für uns nicht nur ein kurzer Fotostopp, sondern wirklich interessant. Wir haben dort einiges gelernt, was wir vorher so nicht wussten. Die alten Häuser, die Gärten und die Geschichte von Thomas Edison und Henry Ford in Florida machten den Besuch zu einem schönen Einstieg in die Reise. Nicht spektakulär im Freizeitpark-Sinn, aber spannend, ruhig und mit vielen kleinen Aha-Momenten.

Danach fuhren wir noch weiter nach Estero zum Shoppen. In solchen großen, offenen Shoppingbereichen vergeht schnell Zeit. Ein paar Läden, etwas schauen, wahrscheinlich auch etwas essen, und schon ist aus dem ersten größeren Ausflug ein ganzer Florida-Tag geworden. Geschichte am Vormittag, Shopping am Nachmittag, dazwischen immer wieder diese breiten Straßen und das Gefühl, dass hier alles ein Stück größer gedacht ist.

Shoppen gehörte in Florida immer wieder dazu, vor allem Kleidung. Nicht als Hauptzweck der Reise, aber wenn man schon dort ist und vieles günstiger bekommt, schaut man natürlich. Gerade nach Ausflügen oder an ruhigeren Tagen passten solche Stopps gut hinein: ein Outlet, ein paar Läden, etwas essen, weiterfahren. So entstanden diese typischen Florida-Tage, an denen man morgens etwas besichtigt, nachmittags irgendwo bummelt und abends wieder im Ferienhaus ankommt.

Der erste richtig große Roadtrip führte uns dann nach Key West. Diese Tour hatten wir vorher bewusst als kleine Zweitagestour geplant. Von Bonita Springs aus ist Key West kein kurzer Abstecher, sondern eine richtige Strecke quer durch Südflorida und über die Keys. Wir wollten nicht alles an einem Tag hin- und zurückquetschen, sondern unterwegs übernachten. Deshalb planten wir eine Nacht in Marathon ein.

Ein wichtiger Grund für Marathon war das Turtle Hospital, das Lina gerne besuchen wollte. Am Ende fanden wir es alle interessant. Dort bekommt man sehr direkt mit, welche Probleme Meeresschildkröten haben können und wie aufwendig ihre Pflege ist. Für Lina hatte der Besuch noch eine besondere Bedeutung: Sie bekam von uns eine Schildkrötenpatenschaft geschenkt – für April, eine kranke und blinde Meeresschildkröte. Dadurch blieb der Besuch nicht nur ein Programmpunkt auf den Keys, sondern bekam für uns etwas Persönliches.

Die Fahrt über die Florida Keys blieb uns landschaftlich besonders in Erinnerung. Anstrengend fanden wir sie gar nicht, im Gegenteil. Das viele Wasser, die langen Brücken, dieses Inselgefühl und immer wieder der Blick hinaus machten schon die Strecke selbst zum Erlebnis. Besonders die Fahrten über die langen Brücken hatten etwas, das man so schnell nicht vergisst.

Gleichzeitig gab es diese kleinen, etwas skurrilen Dinge am Straßenrand, die hängen bleiben. Gefühlt überall standen Werbungen für T-Shirt- und Sandalen-Outlets. Nach einer Weile gehörte das fast zur Strecke dazu. Und natürlich sahen wir auch Fred the Tree, diesen kleinen, tapferen Baum auf der alten Seven Mile Bridge, der irgendwie mitten im Nichts steht und trotzdem perfekt zu den Keys passt.

Key West selbst war heiß, feucht und besonders. Wir besichtigten den Ort, machten natürlich Fotos am Southernmost Point, diesem berühmten Poller mit der Aufschrift „90 Miles to Cuba“, und mussten dabei auch an unseren Kuba-Urlaub 2013 denken. So nah ist Kuba dort plötzlich nicht mehr nur eine Erinnerung, sondern fast ein Gedanke am Horizont. Am Strand in Key West haben wir lecker Pizza gegessen. Ganz unkompliziert, aber in diesem Moment genau richtig.

Zu den Keys gehörte für uns auch das Schnorcheln bei Key Largo im John Pennekamp Coral Reef State Park. Das war sehr gut organisiert und eines der schönen Erlebnisse dieser kleinen Tour. Das Wasser war toll, und unter der Oberfläche gab es richtig viel zu sehen. Wir sahen viele Fische, und ich konnte sogar einen Schwarm Barrakudas filmen. Solche Momente kann man nicht planen. Man fährt raus, springt ins Wasser – und plötzlich ist man mitten in einer anderen, stillen Welt.

Die Tour nach Key West war für uns weniger ein einzelner Ausflug zu einem Ort, sondern ein kleiner Roadtrip mit mehreren schönen Höhepunkten. Die Fahrt über die Keys, die langen Brücken, Fred the Tree, das Turtle Hospital, Schnorcheln bei Key Largo und schließlich Key West selbst – das gehörte alles zusammen.

Auf der Rückfahrt legten wir in Miami noch einen Stopp bei McDonald’s ein und waren etwas erstaunt, wie wenig Vegetarisches es dort gab. Abgesehen von den Apfeltaschen fanden wir praktisch nichts, was für Silvia und Lina wirklich passte. Solche Kleinigkeiten merkt man sich auf Reisen manchmal fast genauso wie die großen Sehenswürdigkeiten, weil sie zeigen, wie unterschiedlich Essgewohnheiten und Angebote von Land zu Land sind.

Vegetarisches Essen war in Florida nicht grundsätzlich unmöglich, aber es fiel uns öfter auf, dass vieles sehr fleischlastig gedacht war. Besonders auf den Fahrten Richtung Norden, später zum Kennedy Space Center und nach Orlando, sahen wir immer wieder Schilder mit Sprüchen wie „Eat more Beef“. Für uns wurde das fast schon ein kleiner Running Gag: Florida, große Straßen, große Autos – und am Straßenrand die sehr deutliche Erinnerung daran, dass Rindfleisch hier offenbar fest zum Lebensgefühl gehört.

Nach der Tour über die Keys brauchten wir keinen nächsten Programmpunkt. Wir kamen am Abend wieder in Bonita Springs an und ließen es danach bewusst ruhig angehen. Haus, Pool, vielleicht ein kurzer Einkauf, Strand, ausruhen. Genau diese Pausen waren wichtig, weil der Urlaub nicht nur aus den großen Ausflügen bestand, sondern auch aus diesen Tagen, an denen man einfach in Florida war.

Was uns an Florida immer wieder beeindruckte, waren nicht nur die einzelnen Ausflüge, sondern auch das Land selbst. Diese Weite, die breiten Straßen, die großen Entfernungen – alles fühlte sich größer an als zu Hause. Dazu kamen die teils riesigen Autos, manchmal mit Abgaswolken, bei denen man nur staunen konnte. Gleichzeitig begegneten uns viele Menschen offen und freundlich. Florida war für uns nicht nur warm, weit und manchmal ein bisschen verrückt, sondern vor allem ein faszinierendes Stück USA. Ein tolles Land, gerade weil es so anders ist.

Der nächste große Block begann mit der Fahrt quer durch Florida zur Space Coast. Unser Ziel war das Kennedy Space Center. Auch diesen Ausflug hatten wir so geplant, dass wir nicht hetzen mussten. Von Bonita Springs bis an die Ostküste ist es weit, und wenn man schon einmal dort ist, möchte man den Tag nicht mit dem ständigen Blick auf die Rückfahrt verbringen. Deshalb hatten wir eine Übernachtung in einem Hotel vor Ort eingeplant.

Das Kennedy Space Center war für uns alle ein Highlight. Nicht nur für Technikinteressierte, nicht nur wegen Raumfahrtgeschichte, sondern weil dieser Ort insgesamt beeindruckend ist. Allerdings merkten wir schnell, dass man dort kaum alles schaffen kann. Das Gelände und die Ausstellungen sind riesig, und irgendwann muss man einfach akzeptieren, dass man auswählen muss.

Besonders eindrucksvoll war für uns das echte Space Shuttle. Schon die Präsentation davor war aufwendig inszeniert. Aber als das Shuttle dann hinter einer Wand auftauchte, war das wirklich ein Gänsehautmoment. Lina blieb im wahrsten Sinne der Mund offen stehen. Genau solche Augenblicke machen einen Besuch besonders. Man weiß vorher, dass man etwas Großes sehen wird, aber wenn man dann wirklich davorsteht, wirkt es noch einmal ganz anders.

Nach diesem Tag voller Raketen, Raumfahrtgeschichte und großer Eindrücke gingen wir abends noch italienisch essen. Das war ein ruhiger Abschluss nach einem Tag, der viel größer wirkte, als man ihn vorher planen kann.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Orlando zu Universal. Natürlich nahmen wir auch die anderen Bereiche und Attraktionen mit, aber der eigentliche Kern war für uns eindeutig die Harry-Potter-Welt. Universal ist dort nicht einfach nur Freizeitpark, sondern stellenweise wirklich Kulisse zum Eintauchen: Geschäfte, Gassen, Details, Musik, alles sehr liebevoll gebaut.

Für Lina war es ein besonderer Tag. Bei Ollivanders suchte sie sich einen Zauberstab aus – oder vielleicht suchte der Zauberstab sie aus, wenn man in dieser Welt bleiben möchte. Sie war jedenfalls begeistert. Für uns war Universal insgesamt ein rundum gelungener Tag. Natürlich war es viel: viele Menschen, viele Eindrücke, viel zu sehen und zu erleben. Aber genau das machte es auch aus. Abends ist man nach so einem Tag müde, aber auf eine gute Art.

Nach Universal ging es nicht hektisch weiter, sondern gemütlich über Land zurück nach Bonita Springs. Auch das gehörte zu diesem Urlaub: lange Straßen, kleine Orte, viel Landschaft, zwischendurch diese typischen Schilder am Straßenrand und immer wieder das Gefühl, wie groß Florida eigentlich ist. Nach Kennedy Space Center und Universal war die Rückfahrt fast schon ein ruhiger Abschluss dieses zweitägigen Ausflugsblocks.

Danach brauchten wir erst einmal wieder einen Tag zum Durchatmen. Haus, Pool, kurze Wege, vielleicht ein Einkauf, einfach wieder in Bonita Springs sein. Der Wechsel zwischen großen Ausflügen und ruhigen Tagen war für diesen Urlaub wichtig. Man kann in Florida unglaublich viel sehen, aber die Entfernungen sind groß, die Hitze ist ordentlich und irgendwann ist es gut, einfach mal nicht loszumüssen.

Ein weiterer großer Ausflug führte uns nach Miami und South Beach. Miami empfing uns vor allem mit Verkehr. Es war unglaublich voll, und schon die Parkplatzsuche zog sich. Irgendwann fanden wir tatsächlich einen Platz ziemlich nah am Strand – für 20 Dollar, was in dem Moment fast schon ein Erfolg war.

Am Strand selbst wurde es dann noch amerikanischer. Eine Liege mit Schirm sollte 100 Dollar für zwei Stunden kosten. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Der South Pointe Beach selbst war schön, das Wasser klar, aber die Hitze war kaum auszuhalten. Eigentlich konnte man sich nur im Wasser wirklich aufhalten. Danach gönnten wir uns erst einmal ein Eis. Das passte deutlich besser zu diesem Tag als jede Strandliege für 100 Dollar.

Natürlich wollten wir anschließend noch den Ocean Drive entlangfahren. Das klingt leichter, als es an diesem Tag war. Baustellen, Einbahnstraßen und viel Verkehr machten daraus eine kleine Geduldsprobe. Trotzdem gehört es irgendwie dazu, wenn man schon in Miami Beach ist.

Miami war sehenswert, aber auch anstrengend. Beim nächsten Mal würden wir dort vermutlich nicht einfach wieder nur an den Strand fahren, sondern uns gezielter andere Ecken anschauen. South Beach war schön, keine Frage, aber an diesem Tag dominierten Hitze, Preise, Parkplatzsuche und Verkehr. Besonders die Rückfahrt aus Miami blieb uns in Erinnerung: Der Stau war heftig, und allein aus der Stadt heraus brauchten wir über zwei Stunden.

Die Rückfahrt hatten wir allerdings nicht einfach nur als Heimweg geplant. Statt direkt über den Tamiami Trail zurückzufahren, wollten wir bewusst über die Loop Road. Nach Miami, South Beach, Verkehr und Hitze sollte das noch einmal ein ganz anderer Florida-Eindruck werden. Wir hofften, dort Alligatoren zu sehen – und genau das klappte auch.

Damit wurde die Rückfahrt nicht nur lang, sondern noch einmal zu einem eigenen kleinen Erlebnis. Nach der Stadt, den Hochhäusern, dem Verkehr und der Hitze war diese Strecke ein Gegenprogramm: langsamer, grüner, sumpfiger, ursprünglicher. Man fährt durch die Everglades-Landschaft, schaut immer wieder ins Wasser und an die Böschungen – und irgendwann liegen sie da tatsächlich.

Nach Miami war der große Ausflugsteil unseres Florida-Urlaubs im Grunde abgeschlossen. Die letzten Tage verbrachten wir wieder ruhiger in Bonita Springs. Haus, Pool, kurze Wege, noch einmal einkaufen, vielleicht noch einmal Strand. Wir fuhren auch noch einmal nach Estero zum Shoppen. Kleidung war in Florida für uns ohnehin immer wieder ein Thema, weil vieles günstiger war.

Es tat gut, die letzten Tage nicht noch einmal vollzupacken. Nach Key West, Kennedy Space Center, Universal und Miami hatten wir viel gesehen und erlebt. Da passte es, Florida langsam ausklingen zu lassen. Noch einmal durch die Wohnanlage fahren, noch einmal diese warme Luft, noch einmal ein Einkauf, noch einmal Pool, noch einmal das Gefühl, dass man sich an diesen Ort in den letzten Wochen wirklich gewöhnt hatte.

Die Rückreise verlief dann allerdings deutlich komplizierter als geplant. Wir bekamen die Information, dass unser Flug voraussichtlich ausfallen würde. Also fuhren wir möglichst schnell zum Flughafen, um noch rechtzeitig umgebucht zu werden. Dort war es ziemlich chaotisch: wenig klare Informationen, viele offene Fragen und dieses unangenehme Gefühl, nicht genau zu wissen, wie es weitergeht.

Irgendwie klärte es sich dann zwar, aber nicht mehr für denselben Tag. Am Ende mieteten wir noch einmal einen Wagen, fuhren zurück und übernachteten eine weitere Nacht in Florida. Das war vor allem im Kopf anstrengend. Man hat innerlich eigentlich schon auf Rückreise umgestellt, und plötzlich muss man wieder organisieren, neu planen, umdenken.

Richtig mühsam wurde es dann aber erst in Deutschland. Nach dem langen Rückflug wartete noch die Bahn – und damit das, was man nach so einer Reise wirklich nicht mehr braucht: Probleme beim Umbuchen, eine App, die nicht richtig funktionierte, Verspätungen, Baustellen und dieses Gefühl, dass der letzte Abschnitt plötzlich länger und anstrengender wird als gedacht.

Aber solche Dinge verblassen irgendwann. Was bleibt, ist nicht die App, nicht der Stau, nicht die Umbuchung. Was bleibt, sind die langen Fahrten über die Keys, das warme Wasser am Strand, die Gewitter über Bonita Springs, das echte Space Shuttle im Kennedy Space Center, Linas Zauberstab in Orlando, Alligatoren an der Loop Road, Fred the Tree, Barrakudas beim Schnorcheln und dieses Gefühl, für drei Wochen wirklich in Florida angekommen zu sein.

Florida 2024 war für uns kein Urlaub an einem einzigen Ort, sondern eine Reise mit vielen Gesichtern. Ruhige Tage im Ferienhaus, heiße Strandmomente, große Ausflüge, lange Straßen, offene Menschen, beeindruckende Natur, viel Weite und immer wieder kleine Situationen, die man vorher nicht planen kann. Genau daraus entsteht am Ende die Erinnerung an eine Reise. Und diese Erinnerung ist bei Florida ziemlich groß geworden.

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