Ostern 2025 in der Türkei – Familienurlaub im Hane Garden

Nach rund zehn Jahren Pause ging es für uns Ostern 2025 wieder einmal in die Türkei. Die Türkische Riviera war früher für viele Familien fast ein Klassiker, aber bei uns hatte sie lange keine Rolle mehr gespielt. Diesmal sollte es ein entspannter Osterurlaub werden: Sonne, Strand, Hotel, gutes Essen und ein paar Ausflüge, aber ohne den Anspruch, jeden Tag komplett durchzuplanen.

Unsere Unterkunft war das Hane Garden in Evrenseki bei Side. Ein großes All-inclusive-Hotel, wie man es in dieser Gegend erwartet: Poolanlage, kurze Wege, reichlich Essen, Strandnähe und genügend Möglichkeiten, den Tag einfach laufen zu lassen. Für uns passte das grundsätzlich gut, auch wenn wir am Ende mit einer etwas gemischten Einschätzung zurückkamen. Es war ein schöner Urlaub, aber auch einer mit der Erkenntnis, dass es für uns schönere Ecken gibt, um Urlaub zu machen.

Besonders war diese Reise auch deshalb, weil wir nicht allein dort waren. Die Familie meiner Schwester war mit Schwager und den beiden Kindern zur selben Zeit im Hane Garden, meine Eltern kamen später dazu und wohnten im Nachbarhotel. Trotzdem wurde daraus kein Gruppenurlaub mit festem Programm. Jeder machte, worauf er gerade Lust hatte, und man traf sich nach Belieben. Mal am Strand, mal beim Essen, mal abends an der Lobbybar.

Gerade diese Lockerheit tat gut. Abends saßen wir öfter mit meiner Schwester, meinem Schwager und den Kindern an der Lobbybar, tranken etwas, erzählten und ließen den Tag ausklingen. Mit meinen Eltern verbrachten wir einen Abend auf ihrem Balkon im Nachbarhotel. Mit meiner Mutter ging es einmal auf eine Shoppingtour zum Markt nach Manavgat. Dazu kamen gelegentliche Treffen am Strand, ohne dass man dafür große Pläne machen musste. Jeder hatte seinen eigenen Rhythmus, aber man war trotzdem nah beieinander.

Das Hane Garden war für diesen Urlaub eine gute Basis. Das Essen war wirklich toll, und gerade bei einer Reise mit mehreren Familienmitgliedern ist es angenehm, wenn man sich nicht ständig Gedanken machen muss, wo man abends hingeht. Die Animation lief zwar, aber wir machten davon nicht besonders viel mit. Wir hatten ohnehin genug eigene Dinge: Strand, Spaziergänge, Ausflüge, Familie, Essen und zwischendurch einfach mal nichts.

Gestört hat uns allerdings die Dauerbaustelle nebenan. Das war zeitweise schon nervig und gehörte leider hörbar mit zum Urlaub. Wir ließen uns davon aber nicht verrückt machen. Man kann sich über so etwas ärgern – oder man nimmt es zur Kenntnis, sucht sich die schönen Seiten und macht trotzdem einen guten Urlaub daraus. Wir entschieden uns zum Glück eher für Letzteres.

Der Strand selbst gefiel uns gut. Man konnte dort schön liegen, es gab angenehmen Schatten, und das Meer war im April angenehm kühl. Nicht kalt im unangenehmen Sinn, sondern eher erfrischend. Für einen Osterurlaub war das schon ziemlich schön: genug Sonne, genug Meer, aber noch nicht diese schwere Hochsommerhitze.

Was mich am Strand allerdings störte, waren die vielen Raucher. So extrem hatten wir das in den letzten Jahren in anderen Urlaubsländern nicht erlebt. Vielleicht fiel es uns auch deshalb besonders auf, weil wir so lange nicht mehr in der Türkei gewesen waren. Es war kein Punkt, der den Urlaub verdorben hätte, aber es gehörte zu den Dingen, bei denen man merkt, wie unterschiedlich sich Urlaubsorte anfühlen können.

Zwischen den größeren Ausflügen bestand der Urlaub vor allem aus Strand, Spaziergängen und kleinen Erkundungen rund um das Hotel. Wir liefen durch die Umgebung, schauten uns an, was in Evrenseki rund um das Hane Garden zu Fuß erreichbar war, gingen an die Promenade und ließen die Tage ohne großes Programm entstehen. Mal gemeinsam mit der Familie, mal nur für uns, mal am Meer, mal einfach ein Stück durch die Gegend.

Besonders schön blieben uns zwei Abende in Side in Erinnerung. Side ist ohnehin einer dieser Orte, die abends noch einmal eine ganz eigene Wirkung bekommen. Das Wetter war toll, der Himmel schön, die Promenade wirklich gelungen und die Mischung aus Meer, Hafen, Altstadt und antiker Kulisse funktionierte einfach wunderbar.

Beim ersten Abend landeten wir im Apollonik, einem urigen Restaurant direkt unten am Hafen. Mit seiner weinüberdachten Terrasse und dem schönen Ambiente wirkte es nicht wie ein austauschbares Urlaubslokal, sondern wie ein Ort, an dem man gerne länger sitzen bleibt. Man saß dort wunderbar, konnte schauen, essen, reden und den Abend genießen.

Noch einmal eine andere Liga war dann der Abend im Orfoz Restaurant. Direkt am Meer zu sitzen, das Essen vor sich, das Wasser daneben und diese warme Abendstimmung rund um Side – das war wirklich der Hammer. Solche Abende sind genau die Momente, wegen derer man später beim Sortieren der Fotos wieder hängen bleibt. Side war für uns an diesen Abenden nicht nur Restaurantbesuch, sondern Bummeln, Schauen, Fotografieren, Promenade, Himmel und Meer.

Ein größerer Ausflug führte uns nach Antalya. Der war vom Hotel organisiert, was erst einmal praktisch klang, am Ende aber nicht ganz unser Ding war. Das Verkaufsprogramm war langweilig, und besonders enttäuschend war der Stopp am Theater von Aspendos. Dort hielten wir nur ungefähr zehn Minuten, konnten nicht richtig hinein und hatten kaum Zeit, diesen beeindruckenden Ort wirklich wahrzunehmen. Wenn man schon bei einem antiken Theater wie Aspendos steht, möchte man es natürlich nicht nur kurz von außen abhaken.

Unterwegs hielten wir außerdem an einer alten Brücke und in einem kleinen Park mit See und Wasserfall. Das waren schöne Stationen, aber die Tour fühlte sich insgesamt zu sehr nach festem Programm an. Gerade bei solchen Ausflügen merkt man schnell, ob sie zu einem passen oder nicht. Uns war es zu viel Verkaufsablauf und zu wenig Zeit an den wirklich interessanten Orten.

Antalya selbst gefiel uns dagegen richtig gut. Die Altstadt war schön, lebendig und voller kleiner Eindrücke. Enge Gassen, Läden, Gerüche, Farben und immer wieder dieser Wechsel zwischen Stadt, Geschichte und Urlaubsort. Besonders bei Lina blieb der Turkish-Delight-Shop von Al-Fakher hängen. Dort gab es nicht nur Turkish Delight, sondern auch richtig leckere Baklava. Für uns war das einer dieser kleinen Stopps, die einen Ausflug persönlicher machen als jedes offiziell eingeplante Programm.

Später saßen wir direkt am Hafen im Aynalı und aßen dort sehr gut. Das waren genau die Momente, die den Antalya-Ausflug dann doch gerettet haben: nicht das Verkaufsprogramm, nicht der viel zu kurze Stopp bei Aspendos, sondern die Stadt selbst, ihre Altstadt, der Hafen und diese kleinen kulinarischen Entdeckungen.

Der Ausflug nach Alanya passte deutlich besser zu uns. Diesmal organisierten wir uns einen privaten Transfer – beste Grüße an Toni Maccaroni – und fuhren ganz ohne Reisegruppenprogramm Richtung Osten. Mein Vater kam mit, was den Tag noch einmal besonders machte.

Vor Ort nahmen wir ein Taxi hinauf zur Burg von Alanya. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn schon oben angekommen boten sich tolle Ausblicke über die Stadt, den Hafen, das Meer und die Küste. Die Burganlage selbst war beeindruckend, nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern auch wegen der vielen Perspektiven, die sich dort immer wieder öffneten. Für Fotos war das natürlich ein Traum.

Anschließend gingen wir zu Fuß zurück Richtung Hafen. Das war schon ein Stück Weg, aber Opa Werner machte das erstaunlich gut mit. So wurde aus dem Ausflug kein hektischer Programmpunkt, sondern ein richtiger Urlaubstag: hinauffahren, schauen, fotografieren, langsam wieder hinunterlaufen und unterwegs immer wieder stehen bleiben.

Überhaupt war dieser Urlaub nicht von einzelnen großen Sehenswürdigkeiten geprägt, sondern eher von einer Mischung aus Familienzeit, Strandtagen und ein paar schönen Ausflügen. Genau das passte zu Ostern. Nicht alles war perfekt, nicht jeder Programmpunkt ein Volltreffer, aber es gab viele gute Momente: die Abende in Side, das Essen, die Spaziergänge, die Zeit am Meer, Antalya trotz durchwachsener Tour, Alanya mit meinem Vater und die lockeren Treffen mit der Familie.

Nach zehn Jahren Türkei-Pause war es interessant, wieder dort zu sein. Vieles war schön, manches überraschend, manches störend. Das Hane Garden bot uns eine angenehme Grundlage, das Essen war toll, der Strand gut, das Meer erfrischend und die gemeinsamen Tage mit der Familie taten gut. Gleichzeitig blieb am Ende nicht das Gefühl, dass wir genau dort sofort wieder hinmüssen.

Vielleicht ist das auch völlig in Ordnung. Nicht jeder Urlaub muss gleich ein neuer Lieblingsort werden. Ostern 2025 in der Türkei war schön, sonnig, familiär und voller einzelner Momente, die bleiben. Aber es war auch ein Urlaub mit der ehrlichen Erkenntnis, dass es für uns andere Orte gibt, die noch besser zu uns passen.

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