Ostern in London – Linas Weihnachtsüberraschung zwischen Tower Bridge, Harry Potter und 20.000 Schritten am Tag

London Towerbridge und britische Flagge

Manchmal beginnt eine Reise nicht erst am Flughafen, sondern schon viel früher. Bei uns begann London an Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum. Lina bekam als Weihnachtsüberraschung eine Woche London geschenkt – und als großes Highlight den Besuch der Warner Bros. Studios mit den Harry-Potter-Kulissen. Die Freude war riesig. Und genau diese Vorfreude begleitete uns dann bis Ostern, als aus dem Geschenk endlich eine richtige Reise wurde.

Ende März ging es für Silvia, Lina und mich von Düsseldorf aus los. Der Flug hatte Verspätung, aber ehrlich gesagt war das halb so schlimm. Wir hatten Urlaub, keine festen Termine und London lief uns nicht weg. Also nahmen wir es gelassen. Nach der Landung in Heathrow mussten wir uns erst einmal kurz orientieren. Flughäfen sind ja immer so eine eigene kleine Welt, und bis man verstanden hat, welche Linie wohin fährt, braucht es manchmal ein paar Minuten. Irgendwann war klar: Mit der Elizabeth line ging es Richtung Innenstadt bis Liverpool Street. Von dort liefen wir zu Fuß weiter zum Motel One Tower Hill.

Das Motel One Tower Hill war für diese Woche eine sehr gute Wahl. Zentral gelegen, nah am Tower, nah an der Tower Bridge, gut angebunden und trotzdem nachts erstaunlich ruhig. Nach langen Tagen in der Stadt war das sehr angenehm. Das Internet funktionierte gut, das Personal war freundlich, und das Frühstück im Hotel war entspannt und gut. Für eine Familienreise, bei der man jeden Tag viel unterwegs ist, war das genau richtig: morgens gestärkt los, abends zurückkommen und nicht noch ewig quer durch London müssen.

Nach dem Einchecken blieben wir nicht lange im Hotel. Wir wollten sofort ein bisschen Metropolenluft schnuppern und fuhren noch nach Westminster. Das war einer dieser Momente, in denen man merkt: Jetzt sind wir wirklich in London. Big Ben, das Parlament, die Themse, die Menschenmassen an den bekannten Hotspots und im Hintergrund immer wieder moderne Hochhäuser – das war direkt überwältigend. Nach der verspäteten Anreise war das kein ruhiger Einstieg, sondern eher ein klares „Wow“. London stand sofort vor uns, groß, voll, laut, beeindruckend.

Das Wetter meinte es während der ganzen Reise sehr gut mit uns. London zeigte sich zu Ostern freundlich, hell und oft richtig frühlingshaft. Natürlich war es nicht hochsommerlich warm, aber für eine Städtereise war es ideal. Vieles spielte sich draußen ab, und gerade an der Themse, an der Tower Bridge, in Greenwich oder bei den Wegen durch die Innenstadt machte das einen großen Unterschied. Viele Menschen waren unterwegs, aber es fühlte sich nicht gehetzt an. Vielleicht lag es an Ostern, vielleicht am schönen Wetter, vielleicht auch einfach an London selbst: Die Stadt war voll, aber die Stimmung war entspannt.

Am ersten richtigen Morgen starteten wir gemütlich mit Frühstück im Hotel. Danach ging es zum Buckingham Palace, wo wir uns zusammen mit sehr vielen anderen Menschen den Wachwechsel ansahen. Es war richtig voll, aber wir standen ziemlich gut, etwa in der zweiten und dritten Reihe. So konnten wir trotz der Menschenmassen einiges sehen. Interessant war nicht nur die Zeremonie selbst, sondern auch die Musikauswahl. Als plötzlich „Pink Panther“ gespielt wurde, war das so ein kleiner Moment, mit dem man beim Wachwechsel am Buckingham Palace nicht unbedingt rechnet, der aber genau deshalb hängen bleibt.

Nach dem Wachwechsel erkundeten wir zu Fuß die Innenstadt. London ist eine Stadt, die man sich erlaufen muss, auch wenn man abends merkt, was man getan hat. Jeden Tag rund 20.000 Schritte – da weiß man irgendwann, dass man wirklich unterwegs war. Nervig war das nicht, aber müde Füße gehörten natürlich dazu. Und gerade beim Laufen entdeckt man viele Übergänge, die im Stadtplan gar nicht so auffallen: vom Regierungsviertel in den Park, vom Park zur Einkaufsstraße, von dort wieder an die Themse, und überall verändert sich die Stimmung ein wenig.

Für die Reise hatten wir den London Pass gebucht. Darin waren unter anderem zwei aufeinanderfolgende Tage Big Bus Hop-on-Hop-off und auch die Fahrt im London Eye enthalten. Die Big-Bus-Tour war für uns deutlich mehr als eine klassische Stadtrundfahrt. Wir nutzten vor allem die rote Tour gleich mehrfach, weil sie uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit brachte. Oben im Doppeldecker durch London zu fahren, die Stadt an sich vorbeiziehen zu lassen und trotzdem bequem voranzukommen, war wirklich schön. Es war touristisch, natürlich, aber auf die gute Art. Für uns wurde der Bus fast zu einem zusätzlichen Verkehrsmittel.

Ein besonderes Erlebnis war natürlich auch das London Eye. Bei dem tollen Wetter und der guten Sicht war die Fahrt genau eines dieser Dinge, die man in London einfach gemacht haben muss. Von unten ist das Riesenrad schon beeindruckend, aber oben wird London für eine halbe Stunde ruhiger. Die Themse, Westminster, die Brücken, die Dächer und Hochhäuser – plötzlich liegt die Stadt fast sortiert vor einem. Unten ist alles in Bewegung, oben gleitet man langsam weiter und erkennt Orte wieder, die man gerade erst besucht hat.

Der öffentliche Nahverkehr in London hat uns überhaupt sehr gut gefallen. Er war pünktlich, zuverlässig und vor allem unglaublich einfach zu benutzen. Kein langes Nachdenken, kein Tarifzonen-Rätsel am Automaten: Handy raus, Apple Pay antippen, rein, raus, fertig. Gerade wenn man mit der Familie unterwegs ist und jeden Tag mehrere Wege hat, ist das wunderbar. Man merkt sofort, wie viel entspannter eine große Stadt wird, wenn Mobilität einfach funktioniert.

Überhaupt war London auffallend bargeldlos. Wir hatten 30 Pfund Bargeld dabei, und es war fast schwieriger, dieses Geld loszuwerden, als irgendwo mit Karte oder Handy zu bezahlen. Selbst in der Kneipe Ye Three Lords ging Bargeld nicht. Am Ende war das fast eine eigene kleine Reisebeobachtung: In London reicht oft das Handy in der Hand, und der Rest läuft nebenbei.

Die Ye Three Lords war trotzdem ein richtig schöner Pub-Abend. Wir testeten mehrere Biersorten und hatten einfach einen netten Abend. Genau solche Pausen braucht man zwischen all den Sehenswürdigkeiten. Man sitzt, trinkt etwas, sortiert den Tag und merkt, dass Reiseerinnerungen nicht nur an den großen Attraktionen entstehen, sondern auch an solchen Abenden.

Ein weiterer besonderer Abend führte uns ins BrewDog Tower Hill. Der BVB spielte auswärts gegen Stuttgart, und wir konnten das Spiel dort schauen. Dortmund gewann 2:0, was den Abend natürlich nicht schlechter machte. Das Bier war sehr gut, die Auswahl riesig, das Personal freundlich, bestellt und bezahlt wurde einfach per App. Auch das passte wieder zu London: unkompliziert, digital, schnell. Und dann setzte sich Benny aus Bamberg zu uns, ebenfalls BVB-Fan. Vorher kannten wir ihn nicht, aber plötzlich war er Teil dieses Abends. Grüße an Benny aus Bamberg – solche Begegnungen kann man nicht planen, aber genau deshalb bleiben sie hängen.

Auch kulinarisch hat uns London richtig gut gefallen. Es war insgesamt hervorragend und nicht so teuer, wie wir es vorher gedacht hätten. Wir waren zweimal bei einem Italiener, vermutlich Prezzo, und es war lecker. Auch vegetarische Gerichte funktionierten gut. Zwischendurch gab es auch mal ganz normal Subway – auch das gehört zu einer Familien-Städtereise dazu. Nicht jeder Moment muss besonders sein. Manchmal braucht man einfach etwas Schnelles und Verlässliches zwischen zwei Programmpunkten.

Ein richtig schöner Besuch war das Hard Rock Cafe. Das Essen war lecker, auch die vegetarischen Burger, dazu gab es gutes Bier. Besonders war aber, dass das Servicepersonal uns die Geschichte des Hauses sehr gut erklärte. London ist der Ursprung des Hard Rock Cafe, hier begann die ganze Geschichte. Es gab viel zu viel zu sehen, um alles aufzuzählen. Wir saßen direkt neben einer Gitarre von Carlos Santana, und genau solche Details machen den Besuch besonders. Es war nicht nur Essen gehen, sondern ein kleines Stück Musikgeschichte.

Ein anderer Abend blieb ebenfalls besonders hängen: Wir waren im VU from The Tower essen, direkt mit Blick auf die Tower Bridge. Es gab leckere Burger, und draußen lag die Brücke im Abendlicht. Die Tower Bridge ist ohnehin eines dieser Motive, an denen man sich kaum sattsehen kann. An diesem Abend passte einfach alles: gutes Essen, schöne Aussicht, die beleuchtete Brücke und später die Bilder dazu. Ich mache auf Reisen immer viele Fotos, eher spontan als geplant. Über die Jahre entwickelt man ein Auge dafür, was gut aussieht. In London gab es dafür an jeder Ecke Motive, und abends saß ich dann öfter in der Lobby des Motel One, um die Bilder des Tages zu sortieren und nachzubearbeiten.

Das große Highlight der Reise waren natürlich die Warner Bros. Studios. Schließlich war London ja auch Linas Weihnachtsgeschenk – und Harry Potter der emotionale Mittelpunkt dieser Überraschung. Der Besuch war überwältigend. Für Lina sowieso, aber auch wir als Eltern fanden es toll. Einfach umwerfend. Die Kulissen, Requisiten, Kostüme, die vielen Details, die man aus den Filmen kennt und vor Ort noch einmal ganz anders erlebt – das lohnt sich total. Es gab eigentlich zu viel, um ein einzelnes Highlight herauszuheben. Die Große Halle, Winkelgasse, all die liebevoll gebauten Bereiche und Kleinigkeiten: Man merkt überall, wie viel Arbeit und Fantasie in dieser Filmwelt steckt. Für Lina war am Ende natürlich auch der Shop ein eigenes Highlight. Aber eigentlich war der ganze Tag ein Highlight.

Harry Potter begleitete uns aber nicht nur an diesem Studiotag. Natürlich waren wir auch in King’s Cross und dort im Harry-Potter-Shop. Das gehört bei einer solchen Reise fast dazu. Es ist ein anderer Harry-Potter-Moment als in den Studios: weniger überwältigend, mehr mitten in London, aber trotzdem schön. Für Lina war es auf jeden Fall ein weiterer Punkt, der diese Reise rund machte.

Ebenfalls dazu gehörte Paddington. Wir machten Fotos auf der Paddington-Bank, und Lina hatte einen Paddington-Schlüsselanhänger, der später an den Rucksack sollte. Das sind kleine Dinge, aber genau solche Kleinigkeiten machen eine Reise persönlich. London besteht eben nicht nur aus Big Ben, Tower Bridge und Museen, sondern auch aus solchen Nebenmomenten, die man später sofort wieder vor Augen hat.

Ein weiterer lustiger Programmpunkt war Abbey Road. Natürlich wollten wir am berühmten Zebrastreifen das Beatles-Cover nachstellen. In der Theorie klingt das einfach. In der Praxis steht man an einer normalen Straße mit erstaunlich viel Verkehr, wartet auf den richtigen Moment, versucht irgendwie gemeinsam loszulaufen und gleichzeitig nicht im Weg zu sein. Perfekt wurde es dadurch vielleicht nicht, aber lustig war es auf jeden Fall. Und gerade das passte eigentlich gut: ein ikonischer Ort, aber im echten London eben auch einfach ein Zebrastreifen, über den ständig Autos fahren.

An einem anderen Tag ging es ins British Museum. Auch das war wieder überwältigend. Wir haben ja inzwischen schon viele Museen gesehen und teilweise sogar Originalschauplätze besucht, von denen Dinge in solchen Museen stammen. Lina und Silvia waren im Herbst 2025 zum Beispiel am Tempel der Artemis in Ephesos. Dadurch schaut man auf manche Ausstellungsstücke noch einmal anders. Besonders gut gefiel uns der ägyptische Teil. Gleichzeitig ist das British Museum einer dieser Orte, an denen man schnell merkt: Man kann gar nicht alles aufnehmen. Man muss auswählen, stehen bleiben, weitergehen, wieder zurückschauen. Es ist beeindruckend, aber auch viel.

Sehr schön war dort auch unser Afternoon Tea. Mitten im British Museum eine Pause einzulegen, Tee zu trinken und etwas Leckeres dazu zu essen, war ein angenehm britischer Moment zwischen all den Ausstellungsstücken. Es war interessant, sehr lecker und genau die richtige Unterbrechung an einem Ort, der einen sonst schnell mit seiner Fülle erschlägt.

Sehr schön war unser Ausflug nach Greenwich. Dort verändert London spürbar seinen Charakter. Es wird offener, grüner, ein bisschen ruhiger. Lina war allerdings enttäuscht vom Boating Lake, der in ihrem Englischbuch offenbar viel größer dargestellt wurde. Vor Ort war er dann eher überschaubar. Solche kleinen Enttäuschungen gehören auch dazu und machen Erinnerungen manchmal sogar lebendiger.

Natürlich besuchten wir den Nullmeridian, machten dort Fotos und sahen uns das Museum am Royal Observatory an. Danach waren wir noch kurz im National Maritime Museum und anschließend auf der Cutty Sark. Das Schiff wirkte groß und war sehr kinderfreundlich. Gerade für Kinder ist es schön, wenn man nicht nur vor etwas steht, sondern ein altes Schiff wirklich betreten und erkunden kann. Der Greenwich-Tag war sonnig, was den Blick über London und die Wege draußen besonders angenehm machte.

Zurück fuhren wir mit dem Uber Boat über die Themse. Das war noch einmal ein schöner Perspektivwechsel. Nachdem wir London schon zu Fuß, mit der Underground, mit dem Bus und von oben aus dem London Eye erlebt hatten, kam die Stadt nun vom Wasser aus dazu. Die Themse sortiert London auf eine besondere Weise: Brücken, Ufer, alte Gebäude, moderne Fassaden, alles zieht langsam vorbei. Das war ein schöner Abschluss für diesen Teil der Reise.

Am letzten Tag liefen wir noch einmal zur Tower Bridge. Das Wetter war prima, wir machten dort sehr schöne Fotos und aßen noch ein Eis. Das war ein schöner letzter London-Moment: nicht hektisch, nicht groß geplant, sondern einfach noch einmal an einem Ort stehen, der in dieser Woche immer wieder in unserer Nähe war und trotzdem jedes Mal beeindruckte.

Natürlich blieb auch etwas offen. St. Paul’s Cathedral hätten wir uns gerne angesehen, aber wegen der Ostermesse war das für uns nicht so möglich, wie wir es geplant hatten. Das ist einer der Punkte, die man beim nächsten Mal nachholen müsste. Und überhaupt: Beim nächsten London-Besuch dürfte es ruhig auch mehr als nur ein Abend im Pub werden.

Denn genau dieses Gefühl hatten wir während der Woche ständig: London kann man nicht in einer Reise erledigen. Man sieht viel, aber nie alles. Hinter jeder Ecke liegt noch etwas, jedes Museum könnte mehr Zeit vertragen, jeder Stadtteil hätte wahrscheinlich eigene Geschichten. Eine Woche reicht, um sehr viel zu erleben, aber nicht, um London abzuhaken. Eher im Gegenteil: Man fährt nach Hause und denkt schon darüber nach, was man beim nächsten Mal machen könnte.

Die Rückreise war dann problemlos und einfach. Nach einer Woche voller Eindrücke ging es wieder Richtung Heathrow und zurück nach Düsseldorf. Die Anreise hatte mit Verspätung begonnen, aber wir hatten sie gelassen genommen. Vor Ort funktionierte vieles erstaunlich unkompliziert, und auch die Rückreise passte dazu.

Unsere Osterreise nach London war eine Mischung aus Weihnachtsüberraschung, Familienzeit, gutem Wetter, Großstadtgefühl, Geschichte, Filmzauber, Fußballabend und vielen Wegen zu Fuß. Motel One Tower Hill, Westminster, Buckingham Palace, London Eye, Big Bus, Hard Rock Cafe, British Museum, Greenwich, Cutty Sark, King’s Cross, Paddington, Abbey Road, Ye Three Lords, BrewDog Tower Hill und vor allem die Warner Bros. Studios ergaben zusammen eine Reise, die sehr gut zu uns passte. Nicht perfekt durchinszeniert, aber voller echter Momente. Und genau so bleiben solche Reisen meistens am besten in Erinnerung.

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