
In der Ferienwoche vor Ostern waren wir – wie so oft – wieder in Callantsoog zu Gast. Es fühlte sich frühlingshaft an: milde Stunden, Wind am Strand, diese klaren Momente zwischen den Wolken, in denen das Licht über die Dünenkippen streicht. „De Blenck“ war wie immer unser ruhiger Anker am Dorfrand: kurze Wege, viel Platz, der Strand in Griffweite – genau die Mischung, die uns an diesem Ort seit Jahren hält. Das passt auch ganz objektiv zum Park: De Blenck ist tatsächlich als familienfreundliches, ruhiges Bungalowfeld angelegt, rund einen Kilometer von den Dünen und dem Meer entfernt, mit Spielwiese und direktem Anschluss an die Wege ins Zentrum.
Mitten in der Woche machten wir einen Ausflug nach Amsterdam – und gerieten unvorhergesehen in den Amsterdamer Taxistreik hinein. Vor dem geplanten Parkhaus standen die Taxen quer; Zufahrt unmöglich. Nach ein paar Schleifen fanden wir trotzdem einen zentrumsnahen Platz, an dem wir unseren RAV4 sogar laden konnten. Von da an wurde es klassisch schön: erst aufs Wasser zur Grachtenfahrt mit LOVERS Canal Cruises, die Stadt an sich vorbeiziehen lassen, Hausboote, Giebel, Brücken, ein kurzer Blick in Hinterhöfe – genau das, was man von Amsterdam erwartet, und immer wieder neu
Später liefen wir zu Fuß weiter, ließen uns treiben, aßen gut – und standen am späten Nachmittag vor dem nächsten Kapitel des Streiks: Straßen und Kreuzungen rund ums Zentrum waren blockiert, der Verkehr hing in den Gassen fest. Die lokale Presse beschreibt den Tag ziemlich genau so: Am 5. April 2023 blockierten Dutzende Taxis die Zufahrten rund um den Hauptbahnhof, später weiteten sich die Aktionen auf weitere Achsen wie die Prins Hendrikkade aus. Die Polizei verhandelte, leitete um, räumte stellenweise die Spuren frei. Für uns wurde es zur Geduldsprobe mit Hunderten anderen: immer wieder um den Block, warten, neu ansetzen – bis schließlich eine Ausweichroute freigegeben wurde und wir die Stadt wieder verlassen konnten. Im Rückspiegel blieb es ein besonderes Erlebnis; noch einmal muss es so nicht sein. (Lektion für künftige Städtetage: vorher kurz die Lokalpresse checken.)
Zurück an der Küste lief der Rest der Woche in eben jenem ruhigen Takt, den wir dort so mögen: morgens ein Griff zum Strand, mittags in den Windschatten, am späten Nachmittag noch einmal hinüber zur Kante. Die großen Linien des Monats ordnen den Eindruck: April 2023 war in den Niederlanden insgesamt „koel, nat“ – kühler und nasser als üblich –, doch vor Ort hatten wir viele kleine Fenster aus Sonne und trockenen Wegen, die genau reichten für unsere Runden über die Bohlenwege.
Und so bleibt Ostern 2023 in Callantsoog als eine dieser stillen Wochen hängen, in denen alles passt, weil man den Ort kennt: De Blenck als Basis, das Meer einen Spaziergang entfernt, ein kurzer Sprung in die große Stadt – samt all dem Trubel, den sie an diesem Tag bereithielt –, und dazwischen genug Zeit, um einfach da zu sein. Wenn man einen Ort mehr als zehnmal erlebt hat, setzt sich vieles wie von selbst zusammen. Hier war es wieder so.





